Der Kunstraum
und die Schwabenkinder

Kunstraum Pettneu Eingang

JAKOB ALOIS GRÖBNER

Der 1849 in Pettneu Geborene absolvierte die Kunstakademie in München und lebte bis 1934 als Bildhauer und Lehrer an der Gewerblichen Fortbildungsschule in Pettneu. Seine Verbindung zu unserem Thema: Die Bruderschaft im Hospiz St. Christoph am Arlberg wurde um 1386 von Heinrich Findelkind gegründet. Einer der Förderer war Jäckli Überrein, Herr auf Burg Arlen bei Nasserein (heute St. Anton), dem Heinrich aus Kempten im Allgäu 10 Jahre als Knecht und Hirte diente. 11) Zum Hospiz gehörte eine Kapelle mit einem Glockenturm, in deren rückwärtiger Ecke zwischen Haupt und Nebeneingang eine über vier Meter hohe Christophorus-Statue stand. Diese war durch das Abschneiden von Spänen als Talismane gegen Reisegefahren – auch die Schwabenkinder bedienten sich – stark beschädigt worden. 12) Deshalb wurde der Pettneuer Bildhauer Gröbner um 1900 mit der Restaurierung der Statue beauftragt. Beim Festumzug zum 60jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josefs 1908 war sie auf einem Festwagen Teil einer "Nationalitätengruppe Vorarlberg", der Wanderburschen in Biedermeierkleidern, Bernhardinerhunde, Sänger, Jodler und Trachtenpaare aus allen Talschaften Vorarlbergs angehörten. 1957 war die Statue nach dem Hospizbrand nur noch ein verkohltes Stück Holz. Der 2003 gegründete Verein KUNSTRAUM Pettneu widmete Jakob Alois Gröbner im heurigen Frühjahr eine Ausstellung. Ein Transparent an der Nordwand der Volksschule zeigt die Kolossalstatue mit dem Hinweis auf ihren Restaurator.